Lipödem und Adipositas treten häufiger zusammen auf
Früher wurde das Lipödem oft mit Adipositas verwechselt. Heute ist klar, dass es sich um unterschiedliche Erkrankungen handelt, die jedoch häufig gemeinsam auftreten und die Therapie beeinflussen. Unsere spezialisierten Fachärztinnen und Fachärzte verfügen über umfassende Erfahrung in der Behandlung.
Hintergründe & Mechanismen
Was hinter der Entstehung eines Lipödems steckt
Die genauen Ursachen des Lipödems sind bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass mehrere Faktoren zusammenwirken: eine Störung des Fettstoffwechsels, hormonelle Einflüsse sowie Veränderungen der Gefäße und des Gewebes. Das führt zu einer unkontrollierten Vermehrung von Fettzellen und Flüssigkeitseinlagerungen – unabhängig von Ernährung oder Lebensstil.
Fettstoffwechsel-
Störung
Fettzellen vermehren sich und führen zu einer disproportionalen Fettverteilung.
Hormonelle
Veränderungen
Hormonelle Umstellungen können die krankhafte Entwicklung der Fettzellen auslösen.
Gefäß- und
Kapillarschwäche
Feine Blutgefäße sind gestört, sodass vermehrt Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austritt.
Ursachen nicht
vollständig geklärt
Die genaue Entstehung des Lipödems ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Lipödem erkennen
Typische Symptome und erste
Veränderungen im Überblick
Adipositas hat ganz andere Ursachen als ein Lipödem
Adipositas ist die medizinische Bezeichnung für starkes Übergewicht und eine anerkannte Erkrankung. Sie entsteht in der Regel durch ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Bewegung, wobei überschüssige Kalorien im gesamten Körper als Fett gespeichert werden.
Im Gegensatz zum Lipödem betrifft Adipositas den gesamten Körper gleichmäßig. Neben Lebensstilfaktoren können auch genetische Einflüsse und Stoffwechselprozesse eine Rolle spielen.
- Gleichmäßige Fettverteilung am gesamten Körper
- Ursachen: Ernährung, Bewegungsmangel und Stoffwechsel
- Weit verbreitete Erkrankung in der Bevölkerung
Das Lipödem besitzt ein spezielles
Krankheitsbild
Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft und nicht durch Ernährung verursacht wird. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen hormonelle Veränderungen und genetische Faktoren eine wichtige Rolle.
Typisch ist eine ungleichmäßige Fettverteilung, vor allem an Beinen und Hüften, während andere Körperbereiche normal bleiben. Die betroffenen Regionen sind häufig druckempfindlich, schmerzhaft und neigen zu Schwellungen sowie schnellen Blutergüssen.
- Hormonell und genetisch beeinflusste Erkrankung
- Ungleichmäßige Fettverteilung (v. a. Beine und Hüften)
- Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Hämatomneigung
Welche Rolle spielt der Körperumfang bei den
beiden Erkrankungen?
Der Körperumfang spielt bei Lipödem und Adipositas eine unterschiedliche Rolle. Beim Lipödem sind die Fettanlagerungen oft diätresistent und lassen sich durch Ernährung oder Sport kaum beeinflussen. Daher ist der Body-Mass-Index (BMI) für die Beurteilung nur eingeschränkt aussagekräftig.
Stattdessen wird beim Lipödem vor allem das Verhältnis einzelner Körperregionen betrachtet. Bei Adipositas hingegen stehen der BMI sowie der Taillenumfang im Fokus, da insbesondere Bauchfett als gesundheitlich risikoreich gilt.
- Lipödem: Fettgewebe meist diätresistent
- BMI nur eingeschränkt aussagekräftig
- Adipositas: BMI und Taillenumfang entscheidend
Krankheitsverlauf beim Lipödem
Ein Lipödem schreitet ohne geeignete Behandlung in der Regel fort. Mit zunehmendem Verlauf können neben stärkeren Beschwerden auch Folgeerkrankungen wie Hautveränderungen, orthopädische Probleme oder ein Lymphödem auftreten.
Zur Einordnung der Erkrankung wird zwischen verschiedenen Stadien und Typen unterschieden. Diese helfen, den Schweregrad sowie die betroffenen Körperregionen besser zu beurteilen und die passende Therapie zu planen.
- Fortschreitender Verlauf ohne Behandlung
- Einteilung in Stadien (I–III) nach Schweregrad
- Typen definieren betroffene Körperregionen
Auch Übergewicht und Adipositas verlaufen in
Stadien
Auch Übergewicht und Adipositas entwickeln sich in Stadien und können sich ohne Veränderungen im Lebensstil weiter verschlechtern. Mit zunehmendem Schweregrad steigt das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder Gelenkbeschwerden.
Für die Einordnung sind vor allem der Body-Mass-Index (BMI) sowie der Bauchumfang entscheidend. Diese Werte helfen, das gesundheitliche Risiko zu bewerten und den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen.
- Einteilung nach BMI (Übergewicht und Adipositas I–III)
- Bauchumfang als wichtiger Risikofaktor
- Erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen
Lipödem und Adipositas beeinflussen sich
gegenseitig
Lipödem und Adipositas können sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Viele Patientinnen sind von beiden Erkrankungen betroffen, wodurch sich Symptome und Beschwerden zusätzlich verschlimmern können.
Während das Lipödem unabhängig von Ernährung entsteht, kann Übergewicht die Situation weiter verschärfen. Daher ist es wichtig, beide Krankheitsbilder getrennt zu betrachten und gezielt zu behandeln.
- Häufig gleichzeitiges Auftreten beider Erkrankungen
- Übergewicht kann Symptome zusätzlich verstärken
- Getrennte, gezielte Behandlung notwendig
Behandlung von Adipositas
Die Behandlung von Adipositas erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der neben körperlichen auch psychische und soziale Faktoren berücksichtigt. Ziel ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion, die individuell angepasst und langfristig umsetzbar ist.
Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz – von Lebensstilveränderungen bis hin zu medizinischen oder operativen Eingriffen. Wichtig ist dabei, realistische Ziele zu definieren und die Therapie schrittweise aufzubauen.
- Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung
- Medizinische Maßnahmen (z. B. Magenballon)
- Chirurgische Optionen bei schweren Verläufen
Medizinische Abnehmhilfen als Option
For many people, losing weight permanently is difficult. Diets often only lead to short-term success, followed by weight regain. In such cases, medical weight-loss aids can be a useful addition to specifically support weight loss.
Depending on the individual situation, different procedures are used – from temporary solutions like the gastric balloon to long-term methods such as minimally invasive gastric reduction or bariatric surgery. Crucially, these procedures are always combined with a sustainable change in diet.
- Magenballon zur temporären Unterstützung
- Minimalinvasive Magenverkleinerung ohne große Schnitte
- Bariatrische Eingriffe bei schweren Verläufen
Ein Lipödem wird zunächst konservativ behandelt
Die Behandlung eines Lipödems beginnt in der Regel mit konservativen Maßnahmen. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, Schwellungen zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Besonders bei gleichzeitig bestehendem Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion unterstützend wirken, auch wenn sie die Ursache des Lipödems nicht beseitigt.
Zentrale Bestandteile der Therapie sind Kompression, manuelle Lymphdrainage sowie ergänzende Maßnahmen wie Bewegung, Hautpflege und angepasste Ernährung. Diese Ansätze können den Zustand stabilisieren, führen jedoch in der Regel nicht zu einer Rückbildung des erkrankten Fettgewebes. Viele Patientinnen suchen daher langfristig nach weiterführenden Behandlungsmöglichkeiten.
- Kompression und manuelle Lymphdrainage als Basis
- Ergänzend: Bewegung, Hautpflege und Ernährung
- Stabilisierung möglich, aber keine Fettreduktion
Möglichkeiten der Liposuktion (Fettabsaugung)
Die Liposuktion ist eine minimalinvasive Methode zur gezielten Entfernung des erkrankten Fettgewebes und gilt als anerkannte Therapie bei Lipödem. Über kleine Hautzugänge wird das Fettgewebe mithilfe feiner Kanülen schonend abgesaugt – häufig unterstützt durch moderne Verfahren wie die Laserlipolyse, die den Eingriff zusätzlich verträglicher macht und das Hautbild verbessert. Im Gegensatz zu konservativen Maßnahmen setzt die Liposuktion direkt an der Ursache der Beschwerden an. Sie kann Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schwellungen deutlich reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.
Viele Patientinnen benötigen nach der Behandlung weniger begleitende Therapien oder können ganz darauf verzichten. Wichtig ist die Abgrenzung zur Adipositas: Die Liposuktion ist keine Methode zur Gewichtsreduktion, da das Fettgewebe bei Adipositas gleichmäßig im Körper verteilt ist. Bei kombiniertem Auftreten beider Erkrankungen ist daher oft zunächst eine Gewichtsreduktion erforderlich, bevor eine Behandlung sinnvoll durchgeführt werden kann.
- Gezielte Entfernung des krankhaften Fettgewebes
- Deutliche Linderung von Schmerzen und Beschwerden
- Keine Methode zur allgemeinen Gewichtsreduktion
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Informationen und persönliche
Beratung zur
Lipödem-Behandlung
Medizinischer Inhalt geprüft
durch Dr. med. Christian Schmitz, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie für Allgemeinchirurgie
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Letztes Update: 20.10.2025
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Quellen und weitere Infos:
1.https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Uebergewicht_Adipositas/Uebergewicht_Adipositas_node.html
2.https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/lipoedem/
3.https://www.lipoedemportal.de/ernaehrung-bei-lipoedem.htm
4.https://lipoedem-gesellschaft.de/das-lipoedem/
5.https://adipositas-gesellschaft.de/ueber-adipositas/definition-von-adipositas/
6.https://register.awmf.org/assets/guidelines/050-001l_S3_Praevention-Therapie-Adipositas_2024-10.pdf
7.https://de.wikipedia.org/wiki/Adipositaschirurgie
8.https://www.dgpraec.de/patienten/op-infos/lipoedem/
9.https://www.phlebology.de/patienten/behandlung/fettabsaugung/
10.https://www.dgpraec.de/patienten/op-infos/fettabsaugung/