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Was sind die Ursachen des Lipödems?

Das Lipödem ist seit den 1940er Jahren bekannt, seine Ursachen sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. Auch die Abgrenzung zu Adipositas oder Lymphödem ist nicht immer eindeutig. Da bis zu 11 % der Frauen betroffen sind, gewinnt die Erkrankung zunehmend an medizinischer Bedeutung.

Ursachen & Hintergründe

Die Entstehung eines Lipödems im Überblick

Die genauen Ursachen des Lipödems sind nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch eine Störung des Fettstoffwechsels, bei der sich Fettzellen in bestimmten Körperregionen krankhaft verändern. Auch Gefäßveränderungen und Flüssigkeitseinlagerungen spielen eine Rolle. Das Lipödem entsteht unabhängig von Lebensstil oder Ernährung.

Fettstoffwechsel-Störung

Fettzellen vergrößern und vermehren sich krankhaft im Gewebe.

Veränderte Fettzellen

Gestörte Hormonprozesse führen zu unkontrollierter Speicherung von Nährstoffen.

Kapillarschwäche

Feine Blutgefäße sind gestört, sodass vermehrt Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austritt.

Ursachen unklar

Die genaue Entstehung des Lipödems ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Lipödem erkennen

Typische Symptome und erste
Veränderungen im Überblick

Person hält sich das Knie

Ein Lipödem zeigt typische Symptome

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, bei der sich das Unterhautfettgewebe in bestimmten Körperregionen deutlich vermehrt. Typischerweise sind Hüften, Oberschenkel und teilweise auch Arme betroffen – meist bei schlankem Oberkörper.

Die Fettverteilung erfolgt symmetrisch und geht häufig mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit und einer erhöhten Neigung zu Blutergüssen einher. In fortgeschrittenen Stadien können zusätzlich Hautveränderungen und Beschwerden des Bewegungsapparats auftreten.

Eine frühzeitige und präzise Diagnose ist entscheidend, da die Erkrankung oft mit Übergewicht verwechselt wird. Durch geeignete Therapien lassen sich die Beschwerden jedoch deutlich lindern.

Was passiert bei einem Lipödem im betroffenen Fettgewebe?

Die genauen Ursachen des Lipödems sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass sich Fettzellen in den betroffenen Körperzonen krankhaft vermehren und vergrößern.

Gleichzeitig kommt es zu einer Störung der feinen Blutgefäße. Diese werden durchlässiger, sodass Flüssigkeit ins Gewebe austritt und sich dort ansammelt. Das Lymphsystem kann diese Mengen oft nicht ausreichend abtransportieren.

 

Das Zusammenspiel aus veränderten Fettzellen und Flüssigkeitseinlagerungen führt zu erhöhtem Gewebedruck, Entzündungen und einer gesteigerten Schmerzempfindlichkeit.

Rote, marmorierte Textur mit Adern
Schwangere Frau hält ihren Bauch

Faktoren, die ein Lipödem verstärken

Ein Lipödem tritt meist in Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen auf und entwickelt sich häufig ab der Pubertät. Bestimmte Lebensphasen können das Fortschreiten der Erkrankung begünstigen.

 

Dazu zählen insbesondere genetische Veranlagung sowie hormonelle Umstellungen im Laufe des Lebens. In vielen Fällen lässt sich eine familiäre Häufung beobachten.

Auch wenn Männer selten betroffen sind, stehen bei ihnen hormonelle Störungen meist im Zusammenhang mit der Erkrankung.

Die eine Ursache für das Lipödem gibt es nicht

Die Ursachen des Lipödems sind noch nicht vollständig geklärt, eine medikamentöse Therapie gibt es derzeit nicht. Die Behandlung erfolgt meist konservativ und orientiert sich an den individuellen Beschwerden.
Zu den gängigen Maßnahmen zählen Kompression, manuelle Lymphdrainage sowie angepasste Bewegung. Auch eine bewusste Ernährung kann unterstützend wirken – insbesondere bei zusätzlichem Übergewicht. In intensiveren Fällen kommen apparative Verfahren oder kombinierte Therapieansätze zum Einsatz.

 

Diese Maßnahmen können Beschwerden lindern und den Verlauf verlangsamen, müssen jedoch langfristig angewendet werden. Das krankhaft veränderte Fettgewebe wird dadurch nicht reduziert. Daher ziehen viele Patientinnen bei anhaltendem Leidensdruck eine Liposuktion als weiterführende Therapie in Betracht.

Wissenschaftlerin arbeitet im Labor.
Gelbe Zellen mit Zellmembranen

Bei Erkrankten fehlt es an Adiponektin und Leptin

Im Fettgewebe von Lipödem-Patientinnen zeigen sich Veränderungen im Hormonhaushalt. Insbesondere die Botenstoffe Adiponektin und Leptin, die den Fettstoffwechsel und das Sättigungsgefühl regulieren, sind reduziert.

Dadurch kann es zu einer gestörten Regulation der Fettzellen kommen, sodass diese weiterhin Nährstoffe aufnehmen und sich vergrößern.

 

Zusätzlich weisen Untersuchungen auf veränderte Zellprozesse im Gewebe hin, darunter erhöhte Zellaktivität sowie Hinweise auf gestörte Regeneration.

Entzündungen im Lipödemgewebe

Forschungen deuten darauf hin, dass im Lipödemgewebe chronische Entzündungsprozesse eine Rolle spielen. Dabei zeigen sich erhöhte Werte bestimmter Botenstoffe, die an Immunreaktionen beteiligt sind.

 

Auch die Anzahl von Abwehrzellen im Gewebe ist häufig erhöht. Zusätzlich können Veränderungen wie Verhärtungen im Bindegewebe auftreten, die auf länger bestehende Entzündungen hinweisen.

Die genauen Auslöser dieser Prozesse sind bisher nicht vollständig geklärt.

Hände drücken auf Oberschenkel
Molekulare Struktur in 3D-Darstellung

Weitere hormonelle Auffälligkeiten bei Lipödem-Patientinnen

Im erkrankten Fettgewebe zeigen sich auch Veränderungen in der Hormonproduktion. Fettzellen spielen eine wichtige Rolle im Hormonhaushalt und können bei Lipödem aus dem Gleichgewicht geraten.

 

Besonders betroffen ist ein Enzym, das an der Umwandlung von Hormonen beteiligt ist. Diese Störung steht im Zusammenhang mit hormonellen Umbrüchen wie Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren.
Die genaue Rolle der Hormone ist noch nicht vollständig geklärt, doch sie scheint eng mit der Entstehung und Entwicklung des Lipödems verbunden zu sein.

Gängige Möglichkeiten der Lipödem-Behandlung

Eine medikamentöse Therapie des Lipödems gibt es bislang nicht. Stattdessen basiert die Behandlung auf zwei zentralen Ansätzen, die je nach Stadium und individuellem Befund eingesetzt werden.

 

Konservative Maßnahmen bilden die Grundlage jeder Therapie und begleiten den Verlauf langfristig. Ergänzend kann die Liposuktion als gezielte Behandlung eingesetzt werden, um die krankhaft veränderten Fettzellen zu entfernen und Beschwerden deutlich zu lindern.

Fußmassage von einer Person
Beige Stoff mit Struktur und Falten

Konservative Therapie des Lipödems

Die konservative Behandlung erfolgt ohne operativen Eingriff und zielt darauf ab, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Besonders wichtig ist dabei, Flüssigkeitseinlagerungen zu reduzieren und das Gewebe zu entlasten.


Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen Kompression, manuelle Lymphdrainage sowie angepasste Bewegung. Auch eine bewusste Ernährung kann unterstützend wirken, insbesondere bei zusätzlichem Übergewicht.
Diese Therapie bildet die Grundlage jeder Behandlung, kann das Lipödem jedoch nicht beseitigen. Für eine nachhaltige Verbesserung kommt daher häufig die Liposuktion als ergänzende Option in Betracht.

Eine Liposuktion beseitigt das kranke Fett

Die Liposuktion ist ein minimalinvasiver Eingriff zur gezielten Entfernung des krankhaften Fettgewebes. Über kleine Hautöffnungen wird eine feine Kanüle eingeführt, um die betroffenen Bereiche schonend zu behandeln.

Dabei werden die veränderten Fettzellen weitgehend entfernt, wodurch die Grundlage der Erkrankung reduziert wird. Der Eingriff erfolgt in der Regel schrittweise, insbesondere wenn mehrere Körperregionen betroffen sind.

 

Auch wenn die Veranlagung bestehen bleibt, führt die Behandlung meist zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden. Viele Patientinnen benötigen anschließend weniger konservative Maßnahmen und gewinnen spürbar an Lebensqualität.

Frau läuft glücklich im Freien
Roter Laserstrahl auf schwarzem Hintergrund

Laserlipolyse für schönere Haut

Bei der Liposuktion kann ergänzend eine Laserfaser eingesetzt werden. Diese verflüssigt das Fettgewebe während des Eingriffs und ermöglicht eine besonders schonende und gleichmäßige Behandlung.
Gleichzeitig wirkt der Laser auf das Hautgewebe: Die Wärme unterstützt die Straffung und regt die Bildung von Kollagen und Elastin an. Dadurch kann sich die Haut besser anpassen und das Ergebnis langfristig verbessern.
In vielen Fällen lässt sich so eine zusätzliche chirurgische Hautstraffung vermeiden.

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Medizinischer Inhalt geprüft 

durch Dr. med. Christian Schmitz, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie für Allgemeinchirurgie
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Letztes Update: 20.10.2025
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Quellen und weitere Infos:

1. https://www.aerzteblatt.de/archiv/214171/Lipoedem-Pathogenese-Diagnostik-und-Behandlungsoptionen

2. https://www.usz.ch/krankheit/lipoedem/

3. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Lipoedem-Symptome-erkennen-und-behandeln,lipoedem104.htmlhttps://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Lipoedem-Symptome-erkennen-und-behandeln,lipoedem104.html

4. https://www.phlebology.de/patienten/venenkrankheiten/lipoedem/

5. https://register.awmf.org/assets/guidelines/037-012l_S2k_Lipoedem_2024-01.pdf

6. https://lipoedem-gesellschaft.de/das-lipoedem/

7. https://www.deinestarkeseite.de/lipi-blog/aktuelle-grundlagenforschung-im-bereich-des-lipoedems-teil-i/

8. https://www.lipoedem-hilfe-ev.de/form/literatur/Schmeller_ModerneTherapiedesLipoedems.pdf

9. https://s-thetic.de/blog/bei-dieser-chronischen-erkrankung-kann-eine-liposuktion-sehr-gut-helfen

10. https://www.mybody.de/laserlipolyse.html

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