Advanced Nanofett ist der natürliche Booster für die Hauterneuerung
Eigenfettbehandlungen sind aus der ästhetischen Chirurgie nicht mehr wegzudenken. Die Advanced-Nanofett-Therapie ist eine neuere Variante davon, die erstaunliche Möglichkeiten etwa für die Faltenbehandlung und die optische Hautverjüngung bietet. Daneben stehen in hochspezialisierten Behandlungszentren herkömmliche Varianten wie Makrofett für die natürliche Aufpolsterung von Körperregionen wie Wangen, Dekolleté und Brust zur Verfügung. Im Interview erläutert Cengiz Duzak, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie bei S-thetic Zürich in der Schweiz und Spezialist für die Technologie, welche vielfältigen Möglichkeiten moderne Eigenfettbehandlungen bieten.
Herr Duzak, für jemanden, der noch nie von Eigenfettbehandlungen für das Gesicht gehört hat: Was ist das Grundprinzip von Advanced Nanofett, das inzwischen mehr ist als ein Geheimtipp?
Das Prinzip basiert auf einem radikalen Paradigmenwechsel in der modernen plastischen Chirurgie. Hier an unserem Züricher Standort setze ich es unter dem Namen regenerative Stammzell-Chirurgie um. Körpereigenes Fettgewebe wird dabei zum hochaktiven, lebendigen Gewebetransplantat, das sich perfekt in die bestehende Anatomie integriert. Es heilt dauerhaft ein und revitalisiert das Gesicht durch Aktivierung zellbiologischer Mechanismen bis in die oberste Hautschicht hinein. Wir führen dem Gewebe also einen körpereigenen Impuls zu, der die Zellen dazu bringt, sich von innen heraus selbst zu verjüngen. Es gibt aber auch noch andere Varianten der Eigenfettbehandlung, die alle ihre Berechtigung haben.

Cengiz Duzak, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie bei S-thetic Zürich
In dem Zusammenhang wird zwischen Makro-, Mikro- und Nanofett unterschieden, im Hinblick auf die Aufbereitung des Fettgewebes ebenso wie auf die Wirkung.
Auch vom SNIF-Verfahren ist viel die Rede. Können Sie uns kurz aufschlüsseln, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt?
Das ist die gesamte Klaviatur, die wir in der regenerativen Stammzell-Chirurgie einsetzen. Wir verarbeiten das Fett je nach Einsatzzweck zu verschiedenen Partikelgrößen mit ganz unterschiedlichen medizinischen Aufgaben. So enthält Makrofett größere Gewebestrukturen mit intakten, stabilen Fettzellen. In der feinen Gesichtschirurgie verwenden wir es fast nie. Es ist nützlich für den großvolumigen Gewebeaufbau am Körper. Auch beim Mikrofett bleiben die Fettzellen intakt. Sie wirken wie biologische Ziegelsteine für die „Wände“ im Gewebe, einsetzbar in verschiedenen Gesichtsregionen. SNIF ist die Abkürzung für Sharp Needle Intradermal Fat Grafting, also die nadelbasierte intradermale Fetttransplantation. Hier nutzen wir feinstes Mikrofett und injizieren es direkt in die Hautschicht. Es wirkt wie ein biologischer Feinspachtel für scharf gezeichnete Oberflächenfalten. Bei der Advanced-Nanofett-Therapie hat das Gewebe nach spezieller Aufbereitung keinen Volumeneffekt mehr, sondern liegt als stammzellreiche Flüssigkeit vor, die aus der sogenannten Stromal Vascular Fraction gewonnen wird. Diese besitzt hohes zellregeneratives Potenzial.
Bei welchen typischen Veränderungen des Gesichts ist die Advanced-Nanofett-Therapie besonders sinnvoll?
Advanced Nanofett kann die Hautoberfläche komplett biologisch erneuern. Als Biostimulator eignet sich diese Therapie hervorragend bei Knitterfalten, Augenringen und Hautausdünnung. Die Hautzellen werden dazu anregt, wieder vermehrt eigenes Kollagen produzieren. Das bringt erfahrungsgemäß völlig authentische Glätte und Straffung.

Aufbereitetes Nanofett, das für die Behandlung bereitliegt
Und wann bieten sich andere Varianten der Eigenfettbehandlung an?
Mit SNIF glätten wir die typischen feinen Fältchen um den Mund, feine Stirnfalten, Halsfalten sowie die knittrige Haut am Dekolleté. Mit Mikrofett kommen wir in den Bereich der gewebeaufbauenden Behandlungen. Ich nutze es für die Herstellung von neuem Volumen, zum Beispiel an den Schläfen oder Wangen. So lässt sich ein jugendliches Fundament wiederherstellen. Auch tiefe statische Falten wie die Nasolabialfalte zwischen Nasenflügeln und Mundwinkeln oder ausgeprägte Marionettenfalten am Kinn können aus der Tiefe heraus unterfüttert und angehoben werden. Makrofett setze ich äußerst erfolgreich für harmonische Brustvergrößerungen ohne synthetische Implantate ein.
Sie sind Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und kommen speziell aus dem rekonstruktiven Bereich. Wie beeinflusst dieser Hintergrund Ihren Blick auf die Anatomie des Gesichts?
Das prägt meine gesamte medizinische Philosophie. In der rekonstruktiven Chirurgie öffnet und rekonstruiert man Gesichter nach schweren Unfällen, Tumoroperationen oder Fehlbildungen von Grund auf. Wenn man die Gewebeschichten, Nervenbahnen und Gefäßstrukturen hunderte Male offen vor sich gesehen hat, entwickelt man einen tiefen Respekt vor der echten Gesichtsanatomie. Aus dieser Erfahrung heraus betrachte ich die moderne Gesichtsästhetik als ein hochsensibles Zusammenspiel aus verschiedenen Gewebezonen. Hier muss man ganzheitlich und mit großer Sorgfalt herangehen. Das ist der Grund, warum ich mich der regenerativen Stammzell-Chirurgie verschrieben habe.
Wann sind Sie persönlich zum ersten Mal mit Eigenfettbehandlungen für das Gesicht in Berührung gekommen?
Die Faszination begann früh in meiner Laufbahn. Aber der echte Wendepunkt war der Moment, als das Thema autologe Stammzellen die internationale plastische Chirurgie revolutioniert hat. Über Weiterbildungen, Kongresse, Fachpublikationen und spezialisierte Meisterklassen bei den Pionieren dieser Methode habe ich die rasanten technologischen Sprünge hautnah mitverfolgt. Zu sehen, wie verblüffend die zelluläre Regeneration in klinischen Langzeitstudien funktioniert, hat mich sehr beeindruckt. Daraus entstand mein Entschluss, diese wegweisende Therapie fest an unserem Züricher Standort zu verankern und für meine Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen.

Advanced-Nanofett-Spezialist Cengiz Duzak bei der Vorbereitung einer Injektion
Beim Nanofett steht die regenerative Wirkung auf die Haut im Vordergrund. Was passiert Ihrer Auffassung nach biologisch im Gewebe, nachdem das aufbereitete Fett injiziert wurde?
Die injizierte Zellfraktion setzt eine Kaskade biologischer Signale frei. Die enthaltenen Stammzellen schütten hochdosierte Wachstumsfaktoren aus, die die lokale Neubildung von feinsten Mikro-Blutgefäßen massiv anregen. Gleichzeitig werden die erschöpften Bindegewebszellen in der Haut reaktiviert. Sie beginnen sofort, neues, körpereigenes Kollagen Typ I und Elastin intensiv zu synthetisieren. Die Haut wird biologisch messbar dicker, elastischer und restrukturiert sich von der Tiefe heraus selbst. All das weist die internationale Studienlage eindrucksvoll nach.
In diesem Zusammenhang fallen neben der Bezeichnung „Nanofett“ auch Begriffe wie „Adipose-derived Stem Cells“ und „Stromal Vascular Fraction“, wovon Sie vorhin bereits sprachen. Wie wichtig ist es, diese Begriffe wissenschaftlich sauber voneinander zu unterscheiden?
Wissenschaftliche Präzision ist hier extrem wichtig, um falschen Versprechungen vorzubeugen. Reine Fettstammzellen sind isolierte Stammzellen, die man nur durch chemische Laborprozesse gewinnt. Das bei uns mechanisch aufbereitete Nanofett hingegen enthält die vollständige Stromal Vascular Fraction. Das ist das natürliche zelluläre Netzwerk aus Stammzellen, Gefäßaufbauzellen, Perizyten und immunregulierenden Zellen, eingebettet in eine flüssige Matrix. Dieses Netzwerk arbeitet wie eine perfekt eingespielte biologische Spezialeinheit: Stammzellen werden repariert, während die Gefäßzellen neue Versorgungsbahnen für das Blut bauen. Das ist biologisch oft sogar potenter als die isolierte Stammzelle allein.
Wie wird bei einer Advanced-Nanofett-Behandlung das Fett entnommen? Und welche Mengen benötigt man typischerweise?
Eine klassische Fettabsaugung mit hohem Unterdruck und starker Gewebevibration würde die sensiblen Zellstrukturen komplett zerstören. Deshalb setzen wir in unserem Behandlungszentrum auf ein kraftunterstütztes Absaugverfahren mit elektronisch gesteuertem, minimalem und absolut konstantem Schwellen-Unterdruck. Das ist ein großer technologischer Fortschritt gegenüber der unregelmäßigen Absaugung von Hand. Das System hält den Seidensog vollkommen gleichmäßig und verhindert jegliche schädliche Vakuumspitze. Das Gewebe gleitet stressfrei und schonend aus dem Körper. Das garantiert die maximale Überlebensrate der wertvollen Stammzellen. Für das gesamte Gesicht reichen uns dank dieser hohen Effizienz winzige Gewebemengen von gerade einmal 30 bis 50 Millilitern.

Auch in der Augenzone lässt sich mit Eigenfett eine sichtbare Verjüngung erreichen.
Was geschieht bei Ihnen im Behandlungszentrum genau mit den Fettzellen, bevor sie wieder ins Gesicht eingebracht werden?
Wir nutzen einen geschlossenen, sterilen Aufbereitungsprozess nach dem international etablierten Protokoll. Das Gewebe wird gewaschen, zentrifugiert und mechanisch emulgiert. So entsteht eine stammzellreiche Suspension, die ein cremeartige Konsistenz aufweist. Das eigentliche Geheimnis der modernen regenerativen Medizin liegt jedoch in der biologischen Veredelung. Wir reichern das Nanofett im Operationssaal mit einem hochentwickelten Wirkstoffverfahren an. Das versorgt die Zellen direkt bei der Applikation mit einem besonderen Start-Impuls. Die genaue Zusammensetzung dieses zellulären Boosters bleibt verständlicherweise unser medizinisches Betriebsgeheimnis.
Eigenfettbehandlungen mit größeren Fettpartikeln lassen sich gut mit einer Liposuktion zur Figurformung kombinieren. Was sind hier die Vorteile?
Für die Produktion von hochpotentem Nanofett wähle ich die Entnahmestelle rein nach der biologischen Gewebequalität aus. Es gibt am Körper ganz spezifische, hormonell stabile Zonen, die nachweislich eine maximale Dichte an hochaktiven Zellen aufweisen. Anders sieht es bei Makrofett aus. Vielen Patientinnen und Patienten sagt die Idee sehr zu, ihr eigenes Fettgewebe, das bei einer klassischen Fettabsaugung gewonnen wurde, zum Volumenaufbau in anderen Zonen zu nutzen. Ich koordiniere das im Operationssaal über ein exakt abgestimmtes Verfahren. Eine Absaugung beispielsweise an den Oberschenkeln, die zur Harmonisierung der Silhouette dient, lässt sich so mit einer nachhaltigen optischen Gesichtsverjüngung oder einem Brustaufbau verbinden. Das alles im Rahmen einer einzigen Behandlung mit nur einer Heilungsphase.
Gibt es Einschränkungen bei der Auswahl der Spenderregion?
Das betrifft zum Beispiel Patientinnen mit einem Lipödem, einer Fettvermehrungsstörung vorrangig an den Beinen. Da wir bei S-thetic Zürich zu den führenden Zentren für die Lipödem-Chirurgie gehören, fragen mich Betroffene oft, ob man das bei ihnen abgesaugte Fett direkt für das Gesicht nutzen kann. Hier muss ich ein medizinisches Veto einlegen: Lipödem-Fett ist krankhaftes, chronisch entzündetes Gewebe mit stark veränderter Struktur. Es ist für die hochempfindliche Geweberegeneration im Gesicht nicht geeignet.

Solche tieferen Nasolabialfalten kann Mikrofett (SNIF) wie mit einem Feinspachtel glätten
Der Begriff „rein mechanische Aufbereitung“ spielt bei Nanofett eine wichtige Rolle. Welche Vorgaben gibt es dafür in der Schweiz und sind diese Ihres Wissens auch für Deutschland relevant?
„Rein mechanisch“ bedeutet, dass wir das Fett ausschließlich durch physikalische Kräfte modifizieren. Es werden keinerlei Enzyme wie Kollagenase zugesetzt und die Zellen werden nicht im Labor kultiviert. Solange wir das Gewebe nur mechanisch aufbereiten und dem Patienten in derselben Operationssitzung wieder zurückgeben, gilt es nach Schweizer Recht als autologes Gewebetransplantat. Das fällt unter das normale Transplantatgesetz. Würden wir Enzyme nutzen, um die Stammzellen isoliert zu züchten, wäre es ein zulassungspflichtiges Arzneimittelverfahren. Das deutsche Arzneimittelgesetz regelt das absolut deckungsgleich und gibt die gleichen hohen Standards vor.
Wie gut ist die regenerative Wirkung von Nanofett heute wissenschaftlich belegt?
Die positiven Effekte sind durch die klinische Forschung der führenden Fachgesellschaften und weltweite Veröffentlichungen in renommierten Fachjournalen sehr gut dokumentiert. So gibt es nachgewiesenermaßen ein echtes Verlangsamen des Alterungsprozesses. Langzeitbeobachtungen zeigen, dass die Stammzellen das Gewebe biologisch stark stabilisieren. Die biologische Uhr wird also ein Stück weit ausgebremst. Ebenso gut belegt sind die Steigerung der Hautelastizität, die Regeneration von Narbengewebe und die dauerhafte Aufhellung von dunklen Augenringen durch die gezielte Verdickung der Hautstruktur.
Wie viele Behandlungen werden bei Nanofett im Durchschnitt benötigt?
Laut internationaler Studienlage reicht bei über 90 Prozent der Patientinnen und Patienten eine einzige Behandlung aus. Es gibt im Gegensatz zu anderen Verfahren der minimalinvasiven Gesichtsbehandlung keine Notwendigkeit für fortlaufende Folgesitzungen. Zudem altert Eigenfett absolut synchron und würdevoll mit dem restlichen Körper mit, weil es sich genetisch wie das Gewebe der Spenderregion verhält. Wenn die Patientin Gewicht verliert, schrumpfen die Zellen. Nimmt sie zu, werden sie biologisch größer.

Die regenerative Wirkung von Stammzell-Nanofett ist auch bei jüngeren Patientinnen und Patienten gefragt
Das klingt faszinierend. Ist die Anwendung von Nanofett auf das Gesicht beschränkt oder gibt es noch andere klinisch belegte Einsatzbereiche?
Das Gesicht ist der wichtigste Anwendungsbereich. Es gibt aber weitere Möglichkeiten, mit Nanofett echte biologischen Heilungsprozesse einzuleiten. Das betrifft etwa die Behandlung von Haarausfall. Reines, flüssiges Stammzell-Nanofett injizieren wir tief in den Bereich verkümmerter Haarfollikel. Das kann eine dauerhafte Regeneration des Kopfhautgewebes und der Haarwurzeln bewirken. Der Effekt ist eine Reaktivierung des Haarwachstums.
Auch Narben und narbenartigen Veränderungen kann man damit sinnvoll begegnen, oder?
Ganz genau. Schwangerschafts- und Dehnungsstreifen, die letztlich Narbenstrukturen im Bindegewebe sind, können durch gezielte Unterspritzung und zelluläre Flutung von innen stark abgeschwächt werden. Ähnliches funktioniert bei sogenannten Ghost-Tattoos. Das sind unschöne, weiße Gewebeschatten nach dem Weglasern von farbigen Tätowierungen. Das Nanofett kann die Pigmentzellen der Haut reaktivieren und die natürliche Färbung des Gewebes wiederherstellen. Sogar schwere Verbrennungsnarben und Keloide, das sind aus schlecht verheilten Narben entstandene Hautwucherungen, können wir damit deutlich bessern. Wo andere Methoden versagen, restrukturiert Nanofett das ungeordnete Kollagengefüge in solchen Fällen oft radikal. Und bei Hauttransplantationen können wir sowohl die Spender- als auch die Empfängerstelle damit behandeln. Dann verliert die Narbe vielfach ihre Rötung, das Gewebe flacht ab und es verwächst so makellos, dass die Linien visuell fast vollständig verschwinden.
Man hört, die Advanced-Nanofett-Therapie habe auch in der kurativen Medizin viel Potenzial.
Über ästhetische Anwendungen hinaus wird das Verfahren auch bei degenerativen Gelenkerkrankungen, Fibrosen, chronischen Schmerzen nach Operationen und schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Ein gutes Beispiel ist die fortgeschrittene Fingerarthrose. Wenn die Gelenke komplett verschlissen sind, blieb Chirurgen bislang oft nur die operative Versteifung mit einem massiven Verlust an Lebensqualität. Eingebrachte Stammzellen hingegen erhalten im Gelenk den biologischen Befehl, sich in neue Knorpelzellen zu verwandeln. Die Knorpeldichte nimmt messbar wieder zu, der Gelenkspalt stabilisiert sich und die Patienten erlangen ihre schmerzfreie Beweglichkeit zurück. Das ist echte biologische Rekonstruktion statt mechanischer Zerstörung.
Welche Risiken hat eine Advanced-Nanofett-Behandlung im Gesicht?
Die Fettentnahme ist risikoarm. Vorübergehende blaue Flecken oder leichte Schwellungen sind normale Begleiterscheinungen der ersten Tage. Im Gesicht hingegen ist hohe Expertise vonnöten. Das Gesicht ist von einem hochkomplexen, dreidimensionalen Netzwerk aus Blutgefäßen durchzogen. Was man bei unsachgemäßen Unterspritzungen leider immer wieder sieht, ist die Gefäßembolie, also das versehentliche Treffen eines Blutgefäßes. Ich arbeite im Gesicht fast ausschließlich mit stumpfen Kanülen und appliziere das Nanofett exakt in der anatomischen Schicht, in der sich keine großen Gefäßstämme befinden. Wer die tiefe Gesichtsanatomie nicht in- und auswendig kennt, hat an diesen Strukturen nichts verloren.
Wie sehen Sie als plastischer Chirurg die Eigenfett-Therapie im Verhältnis zu herkömmlichen Fillerbehandlungen, beispielsweise mit Hyaluronsäure?
Für schnelle Gewebeauffüllungen ohne Ausfallzeit ist Hyaluronsäure ein weit verbreiteter Standard. Solche Behandlungen müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Denn ein größerer Teil des injizierten Hyalurons wird vom Körper nach mehreren Monaten abgebaut. Ständiges Nachspritzen über viele Jahre kann jedoch eine unnatürliche, maskenhafte Gesichtsanmutung erzeugen. Künstliche Gele integrieren sich nämlich nie vollständig ins Gewebe und neigen sogar zum Wandern. Deshalb rate ich bei solchen Fillern zur Vorsicht. Bei der regenerativen Stammzell-Chirurgie setzen wir stattdessen auf echtes, lebendes Eigengewebe. Ob Volumenaufbau mit Mikrofett oder Oberflächenglättung durch das SNIF-Verfahren, das Gewebe bleibt butterweich und wandert nicht. Vielmehr regeneriert es sich dauerhaft durch die eigenen Zellen.
Beim klassischen Lipofilling mit Mikrofett wächst nur ein Teil der übertragenen Fettzellen dauerhaft ein. Wovon hängt es ab, wie viel Fett tatsächlich erhalten bleibt?
Das dauerhafte Einwachsen ist kein Zufall, sondern reine Physik und Biologie. Gemäß den klinisch etablierten Standards liegt die Überlebensrate der Zellen bei präziser Technik stabil bei 60 bis 70 Prozent. Sie hängt einerseits ab von einer maximal gewebeschonenden Entnahme ohne Zellschädigung. Dann kommt es auf eine möglichst schonende Injektion an. Das erfolgt bei uns mit feinen, stumpfen Kanülen in tröpfchenförmigen Portionen. Nur so finden die Fettpartikel sofort Anschluss an die kapillare Blutversorgung des umliegenden Gewebebetts.
Herr Duzak, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.