Eine harmonischere Nase ganz ohne OP
Nasenoperationen gibt es vermutlich schon so lange wie die Chirurgie selbst. Waren anfangs Entstellungen durch Unfälle, Krankheiten oder Kriegsfolgen der Anlass, das zentral im Gesicht gelegene Organ chirurgisch zu modifizieren, kamen in der Neuzeit rein ästhetische Gründe hinzu. „Echte“ Nasen-OPs sind jedoch aufwendig und erfordern eine längere Regeneration. Moderne minimalinvasive Methoden, welche die Nase ohne belastende Begleiterscheinungen verschönern, sind öfter als gedacht eine Alternative. Lesen Sie in diesem Beitrag alles über Entwicklung und Grenzen der minimalinvasiven Nasenkorrektur.
Über Jahrtausende ließ sich das Riechorgan nur operativ verändern
Nasenkorrekturen wurden bereits im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung in Indien durchgeführt. Die Operateure verwendeten dafür unter anderem transplantierte Stirnhaut. Entscheidend weiterentwickelt wurden Nasenrekonstruktionen dann in der frühen Neuzeit in Italien. Nasenoperationen, die nachgewiesenermaßen rein ästhetisch motiviert waren, führte erstmals der deutsche Arzt Johann Friedrich Dieffenbach durch, Mitte des 19. Jahrhunderts ein Wegbereiter der plastischen Chirurgie.1
Bei all diesen Verfahren handelte es sich um chirurgische Operationen mit tieferen Gewebeschnitten. Nasenverschönerungen ganz ohne OP hingegen sind ein Phänomen des dritten Jahrtausends. Solche nahm Anfang der 2000er Jahre erstmals der ästhetische Chirurg Dr. Stephen Mulholland in Toronto (Kanada) vor. Er nannte seine Technik „Five Minute Nosejob“, eine Bezeichnung, die den Aufwand einer solchen Behandlung durchaus zutreffend beschreibt.2

Allein die äußere Nase im Fokus
Die Nase ist ein unverzichtbares Atem- und Geruchsorgan. Ästhetische Nasen-OPs müssen dem Rechnung tragen: Die volle Nasenfunktion soll durch einen Eingriff auf jeden Fall erhalten bleiben, sich nach Möglichkeit sogar verbessern. Bei minimalinvasiven Nasenkorrekturen spielt das keine Rolle, denn diese beeinflussen die Nasenfunktion nicht. Sie beschränken sich auf die äußere Nase, also das Hautgewebe, das die Nase umgibt.
- Für eine minimalinvasive Nasenkorrektur bringt die Ärztin oder der Arzt ein Füllmittel ein, einen sogenannten Filler, der das Gewebe dauerhaft aufpolstert. Es gibt Filler recht verschiedener Art.
- An der Nase mit ihren feinen Proportionen können bereits Veränderungen um wenige Millimeter die Ausstrahlung entscheidend verändern.
- Das macht die große Bedeutung wie auch die wachsende Beliebtheit solcher Nasenunterspritzungen aus.3
Raphael Weiland, praktischer Arzt mit spezialisierter Tätigkeit im Bereich Schönheitsmedizinbei S-thetic Frankfurt, erläutert: „Funktionelle Einschränkungen wie etwa eine eingeschränkte Nasenatmung oder eine schiefe Nasenscheidewand, die bei einer ästhetischen Nasen-OP oft mit angegangen werden, lassen sich mit nichtoperativen Methoden zwar nicht beheben. Bei einigen Fillern, vor allem solchen mit Hyaluronsäure, muss man nach einiger Zeit auch wieder nachspritzen. Der geringe Behandlungsaufwand bei oftmals erstaunlichen Ergebnissen verleiht solchen minimalinvasiven Nasenkorrekturen jedoch absolut ihre Berechtigung.“
Nase kann bei weitem nicht jeder
Der filigrane Aufbau der Nase mit ihren dünnen aufeinanderfolgenden Schichten von Schleimhaut und Gewebe bringt es mit sich, dass „echte“ Nasen-OPs einem kleineren Kreis von Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind. Gewöhnlich handelt es sich um besonders spezialisierte Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen mit ästhetischen Zusatzkompetenzen. Anders bei Filler-Behandlungen der Nase: Sie können prinzipiell von allen Ärztinnen und Ärzten mit ästhetischem Schwerpunkt durchgeführt werden, sofern sie eine Qualifikation für Filler-Unterspritzungen besitzen. Natürlich gibt es auch hier ein großes Kompetenzgefälle. Am besten fragen Sie im Beratungsgespräch nach der Erfahrung Ihres Gegenübers sowie nach Vorher-nachher-Bildern früherer Behandlungen.

Verschiedenste Korrekturen der Nasenform möglich
Mit Fillern lässt sich die Nase auf sehr verschiedene Weise verschönern. Gewöhnlich werden dabei einzelne Partien erhöht oder aufgepolstert, um eine geradere Linienführung herzustellen, Asymmetrien auszugleichen oder übermäßig markante Stellen einzuebnen.
- Ein ungerader Nasenrücken, etwa in Form einer Sattelnase, Höckernase oder „Hakennase“, lässt sich mit Fillern begradigen.
- Eine schiefe Nase kann eine symmetrische Form erhalten.
- Eine zu tief abfallende Nase („Hexennase“) vermögen Behandlerinnen und Behandler ebenso auszugleichen wie etwa übergroße Nasenlöcher.
- Dellen- oder Kantenbildung, die auf durchscheinende Knorpelbildung zurückgeht, kann ebenso wie tiefere Einkerbungen geglättet werden, zum Beispiel an der Nasenspitze.4
Hyaluronsäure ist der populärste Nasen-Filler
Am häufigsten wird für die minimalinvasive Nasenverschönerung Hyaluronsäure eingesetzt. Dazu genügt es, in der ausgewählten Zone winzige Mengen davon mit einer dünnen Kanüle unter die Hautoberfläche zu spritzen. Für den Aufpolsterungs-Effekt macht man sich zunutze, dass 0,1 Gramm Hyaluronsäure bis zu 600 Milliliter Wasser binden kann. Dabei entsteht eine gelartige Masse, die sich im Gewebe bis zu 9 Monate hält. Dann wird sie vom Körper wieder abgebaut.
Die winzigen Einstiche schließen sich in der Regel von selbst. Rötungen, die entstehen können, gehen schnell wieder zurück, unerwünschte Wirkungen wie Blutergüsse sind selten.5

Veränderung der Nase ist nicht dauerhaft
Für die Nase wird Hyaluronsäure mit höherem Vernetzungsgrad verwendet, die insgesamt formstabiler ist. Jede Art von Hyaluron ist biokompatibel und kommt auch auf ganz natürliche Weise im Körper vor, zum Beispiel in der Haut und in den Augäpfeln.
- Soll der Behandlungseffekt erhalten bleiben, muss nach 6 bis 9 Monaten nachgespritzt werden.
- Viele Patientinnen und Patienten entscheiden sich nach mehrmaligen Hyaluron-Anwendungen an der Nase aber auch für eine „echte“ OP, um sich dauerhaft an der gewünschten Form erfreuen zu können.
„Hyaluron eignet sich durchaus dafür, eine Nasenverschönerung ,testweise‘ durchzuführen, wenn man sich zum Beispiel über einen OP-Wunsch noch nicht ganz im Klaren ist“, erläutert Spezialist Raphael Weiland. „Wegen des selbständigen Abbaus des Hyalurons durch den Körper riskiert man nicht allzu viel.“
Risikoreiche Mineral-Filler
Ein anderer Filler, der in manchen schönheitschirurgischen Praxen öfter für Nasenkorrekturen eingesetzt wird, ist Calcium-Hydroxylapatit. Dabei handelt es sich um ein Mineral, das auf natürliche Weise im Körper vorkommt, besonders in sehr harten Strukturen wie den Zähnen und den Knochen. Filler mit Calcium-Hydroxylapatit sollen die körpereigene Kollagenproduktion in den Fibroblasten, den Bindegewebszellen, stimulieren. Die Mikrosphären des Minerals bilden sozusagen das Gerüst für entstehende Kollagenstränge. So kann sich ein länger anhaltender Aufbau der jeweiligen Gewebezone ergeben.
Der Mineralfiller bringt jedoch auch einige Probleme mit sich.6 „Im Vergleich zu Hyaluronsäure gibt es ein höheres Risiko für Entzündungen und tastbare Knötchen, sogenannte Granulome“, so Raphael Weiland. „Auch Durchblutungsstörungen entstehen allzu häufig, was größere Komplikationen nach sich ziehen kann. Im Gegensatz zu Hyaluronsäure können Calcium-Hydroxylapatit-Filler auch nicht durch Gabe von Hylase wieder aufgelöst werden.“

Resorbierbare Fäden sind ebenfalls nicht zu empfehlen
Manche Ärztinnen und Ärzte nutzen für minimalinvasive Nasenkorrekturen auch dünne resorbierbare Fäden. Sie bestehen zum Beispiel aus Polymilchsäure oder Polydioxanon. Im Zuge des Abbaus der Fäden entstehen im Grunde kleine Vernarbungen unter der Haut. Auch eine gesteigerte Kollagenbildung soll sich ergeben. Das Gewebe wird durch diese Effekte voluminöser, was eine kalkulierte Formgebung ermöglicht. Allerdings kann die Narbenbildung die behandelte Gewebestruktur auch dauerhaft beeinträchtigen.7 Darum setzen wir bei S-thetic Fadenliftings ebenso wie Calcium-Hydroxylapatit-Filler prinzipiell nicht ein, weder an der Nase noch in anderen Gesichtsregionen.
Muskelrelaxantien für die Nasenkorrektur
Neben Hyaluronsäure können auch Neuromodulatoren für die minimalinvasive Nasenkorrektur Verwendung finden. Weltbekannt sind diese muskelentspannenden Wirkstoffe dank ihrer Eigenschaft, mimische Falten im Gesicht zu glätten. Lokal injiziert, verhindert die Substanz für einige Monate Muskelkontraktionen. Das kann man auch bei sehr großen Nasenlöchern ausnutzen. Die Neuromodulator-Gabe verhindert eine zu starke Erweiterung der Nasenöffnungen durch die umgebende Muskulatur. Die Nasenatmung wird dadurch nicht eingeschränkt.8

Eigenfett verändert die Nase dauerhafter als Hyaluron
Ein Füllmittel, das die Nase für einen weitaus längeren Zeitraum verschönern kann als Hyaluronsäure, ist Eigenfett. Die zugehörige Methode bezeichnet man als Lipofilling.
- Dafür spritzt die Ärztin oder der Arzt gereinigte Fettzellen in das Hautgewebe an der Nase.
- Zuvor wurde das Fett anderswo am Körper durch eine Liposuktion (Fettabsaugung) gewonnen.
- Ein größerer Teil der injizierten Fettzellen verwächst normalerweise dauerhaft mit dem vorhandenen Gewebe. Das sorgt für die angestrebte Formveränderung.
Die Liposuktion, die für Eigenfett-Injektionen erforderlich ist, ist eine minimalinvasive Operation. Diese kann nur von einer dafür ausgebildeten Fachärztin oder einem Facharzt durchgeführt werden. Schöner Zusatz-Nutzen der Behandlung: Die Figur wird dadurch gleichzeitig verschlankt, ob die Absaugung nun am Bauch, an den Hüften, den Beinen oder anderswo stattfindet.9
Mehr als die Hälfte des Fetts bleibt der Nase erhalten
Liposuktion und Eigenfett-Unterspritzung erfolgen gewöhnlich ambulant. Trotzdem ist der Aufwand um einiges größer als bei einer Hyaluron-Injektion, die nur wenige Minuten dauert. Dafür hat man die Aussicht auf einen bleibenden Effekt – und eine Behandlung ganz ohne körperfremde Materialien.
„In der Regel bleiben 50 bis 60 % der eingespritzten Fettzellen an der Nase erhalten“, unterstreicht der Experte Weiland. „Dieses Fett geht nicht mehr so leicht weg, außer durch spätere Alterungsprozesse. Ständiges Nachspritzen wie bei Hyaluronsäure ist nicht notwendig. Erforderlich ist bei Eigenfett-Gaben manchmal eine einmalige Nachbehandlung, wenn das Gewebe nicht so viel Fett absorbiert hat wie geplant. Unter den Methoden der minimalinvasiven Nasenkorrektur ist Eigenfett auf jeden Fall am nachhaltigsten.“

Grenzen der nichtoperativen Nasenverschönerung
Eine Behandlung ganz ohne Skalpell ist natürlich für jede und jeden verlockend, der sich eine schönere Nase wünscht. Und mit Hyaluron oder Eigenfett lassen sich wirklich tolle Effekte erzielen. Aber es gibt auch Grenzen der minimalinvasiven Methoden. Raphael Weiland resümiert: „Wenn die Nase zum Beispiel insgesamt kleiner oder schmaler werden soll, ist eine Unterspritzung nicht geeignet. Gleiches gilt bei sehr hohen Höckern oder ähnlich ausgeprägten Auffälligkeiten. Volumen abtragen kann Hyaluron schließlich nicht, nur optisch ausgleichen. Auch bei funktionellen Problemen wie einer schiefen Nasenscheidewand ist eine OP die einzige sinnvolle Lösung. Kurz gesagt: Für harmonische Feinjustierungen kommt die sanfte Methode in Frage, für alles darüber hinaus ist ein chirurgischer Eingriff die passende Lösung.“ Erfahrene Schönheitsmedizinerinnen und -mediziner wie Raphael Weiland können Ihnen nach gründlicher Untersuchung sagen, was bei Ihnen minimalinvasiv geht und was nicht.
Wir beraten Sie gern ausführlich
Sie würden Ihre Nase gern mit einem nichtoperativen Verfahren verschönern lassen? Die erfahrenen Ärztinnen und Ärzte von S-thetic beraten Sie gern in Ihrem nächstgelegenen Behandlungszentrum. Unser Team empfängt Sie jederzeit gern.
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Quellen:
1 https://www.dgpraec.de/dgpraec/historie/plastische-chirurgie-geschichte/
2 https://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_Mulholland
3 https://www.mybody.de/nasenkorrektur.html#nasenkorrektur-methoden
4 https://de.wikipedia.org/wiki/Nase#Menschen
6 https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4906651?form=fpf