Dank moderner Laser- und Lichttherapie können Rötungen im Gesicht wieder unsichtbar werden
Dauerhafte Rötungen im Gesicht stören die persönliche Ausstrahlung. Häufig stecken Couperose oder Rosazea dahinter: Zu den typischen Anzeichen gehören sichtbare Äderchen und gerötete Hautpartien. Was zunächst nach einem rein kosmetischen Problem aussieht, kann im Verlauf auch erheblichen Krankheitswert gewinnen – in Form von Entzündungen, Pusteln, Jucken und Brennen. Hochentwickelte Behandlungssysteme mit hochenergetischem Licht oder Laser bieten heute eine schonende Möglichkeit, lästige Rötungen gezielt zu behandeln. Unser Beitrag gibt einen Überblick darüber, wie Couperose und Rosazea entstehen, wann welche Behandlung sinnvoll sein kann und welche Rolle moderne Technologie dabei spielt.
Die Adergeflechte sind oft mehr als nur optisch störend
Rötungen im Gesicht können durch so vielfältige Auslöser wie Temperaturunterschiede, Sonneneinstrahlung, heiße Getränke, Alkohol, scharfe Speisen, Sport, Kosmetika oder Stress hervorgerufen oder verstärkt werden. Ist die Haut „nur“ ein bisschen empfindlich, klingt eine solche Reaktion meist schnell wieder ab. Bei Couperose oder Rosazea allerdings reagieren die Gefäße und die Haut stärker, und zwar deutlich sichtbar und wiederkehrend. Dauerhaft gerötete Gesichtshaut kann bei Betroffenen das Selbstbewusstsein schmälern, abweisende Reaktionen auslösen und den gesamten Alltag belasten.
Bis heute werden dunkelrote Wangen oder eine gerötete, verdickte Nase falsch gedeutet. In früheren Zeiten waren Bezeichnungen wie „Fluch der Kelten“ oder „Kupferfinne“ typisch, weil hellhäutige Menschen nordeuropäischen Typs überdurchschnittlich häufig betroffen sind.1 Auch mit übermäßigem Alkoholkonsum wurde und wird die Erscheinung häufig verbunden. Zwar kann Alkohol solche Rötungen durchaus verstärken. Allerdings leiden auch Menschen unter Rosazea, die überhaupt nichts Hochprozentiges trinken.

Altertümliche Couperose-Behandlung: Aderlass-Gerätschaften eines Baders
Gegen Gesichtsrötungen ging man früher ungewöhnlich vor
Die Behandlung von ausgeprägten Gesichtsrötungen und Rosazea erfolgte über Jahrhunderte eher unspezifisch. Im 16. Jahrhundert wurden unter anderem Salben mit Schwefel, Quecksilber oder sogar Stierblut verabreicht. Auch Aderlass an Arm, Stirn oder Nase sowie Blutegel im Gesicht gehörten zu den Behandlungsversuchen.
Der Beitrag der Blutgefäße zum rosigen Hautbild war immerhin erkannt worden. Trotzdem wurde Rosazea im 19. Jahrhundert noch häufig als „Acne rosacea“ bezeichnet und nicht klar von Akne abgegrenzt. Die hat aber andere Ursachen, nämlich eine übermäßige Talgproduktion in Verbindung mit bakteriellen Entzündungen. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich nach und nach die Einordnung der Rosazea als eigenständige Erkrankung durch. Wirksamere medikamentöse Therapien gab es nach dem Zweiten Weltkrieg dank der Entdeckung von Antibiotika. Moderne Laser- und IPL-Verfahren ermöglichen heute eine noch schonendere, gezielte Vorgehensweise.2
Couperose und Rosazea richtig einordnen
Nicht jede Rötung auf dem Antlitz ist gleich Couperose oder Rosazea. Dr. med. Lukas Jan Walter, Facharzt für Dermatologie bei S-thetic Stuttgart, hat sehr häufig mit Patientinnen und Patienten zu tun, die ihn wegen Problemen mit geröteter Gesichtshaut um Rat fragen. Er betont: „Manchmal wird die Haut nur vorübergehend durch Wind, sommerliche Hitze, ein Peeling oder ein Pflegeprodukt gereizt. Sobald der Reizauslöser weg ist, verschwindet die Rötung wieder. Manche Menschen neigen aber auch wegen eines schwachen Bindegewebes dazu, erweiterte Äderchen auszubilden. Das sind feine, oberflächennahe Blutgefäße, die sichtbar durch die Haut schimmern. Die Medizin bezeichnet solche Äderchen als Teleangiektasien. Auch ,rote Bäckchen‘, sogenannte Flushs, können zu dem typischen Bild dazugehören. Sie treten oft plötzlich auf und halten länger an. Der Übergang von Teleangiektasien zur Couperose ist fließend. Couperose bezeichnet eher den chronisch gewordenen Zustand mit flächigen Rötungen, die wir Ärzte auch Erytheme nennen. Medizinisch betrachtet ist Couperose ein Frühstadium der Rosazea.“

Dr. med. Lukas Jan Walter, Dermatologe bei S-thetic Stuttgart
Rosazea ist eine Hauterkrankung, die sehr ernst zu nehmen ist
Rosazea einschließlich ihrer Frühform Couperose ist eine häufige Hauterkrankung. In Deutschland leiden Millionen Menschen darunter, am meisten betroffen sind Männer und Frauen über 30. Unbehandelt werden die Symptome mit der Zeit oft schlimmer.
- Zum Couperose-typischen Hautbild an Stirn, Wangen, Nase und Kinn können später ein Brennen oder Stechen, Papeln, Pusteln, Schwellungen oder Augenbeschwerden hinzukommen.
- Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus gestörter Gefäßregulation, Entzündungsreaktionen, einer veränderten Immunantwort sowie Haarbalgmilben und Mikroorganismen.3
Die Beschwerden sind ausgesprochen unangenehm. Da verwundert es nicht, dass Hautärztinnen und Hautärzte dazu raten, schon bei ersten Anzeichen medizinische Unterstützung zu suchen.
Laser waren für die Behandlung geröteter Gesichtshaut ein Wendepunkt
Zum Glück gibt es wirksame Abhilfe. Erfolgreiche Anwendungen von Laser- und Lichttherapien zum Beispiel tragen dazu bei, dass für viele Betroffene geradezu ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Dr. Walter resümiert, was der medizinische Fortschritt gebracht hat: „Sichtbare Äderchen und anhaltende Rötungen können seit Jahrzehnten zielgenau behandelt werden, ohne dass dafür dauerhaft Medikamente aufgetragen oder eingenommen werden müssen. Die unangenehmen Nebenwirkungen einschlägiger Mittel wie stärkere Lichtempfindlichkeit kann einem die moderne Technologie ziemlich oft ersparen, ebenso den erheblichen Aufwand des Cremens. Eine frühzeitige Behandlung empfiehlt sich, denn so lässt sich einer Verschlimmerung oft vorbeugen.“

Erweiterte Äderchen sind nicht nur ein kosmetischer Makel
Wirkungsvolle Systeme gibt es seit den 1980er Jahren
Gegen Gefäßveränderungen wurden in den 1970er und frühen 1980er Jahren zunächst Argonlaser eingesetzt. Die Apparaturen verwendeten das Edelgas Argon als Lasermedium. Diese frühen Gerätegenerationen waren noch mit einem höheren Risiko für Narbenbildung und Pigmentveränderungen verbunden. Der große Fortschritt kam 1983 mit dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Pulsdauer, Wellenlänge und Energielevel des Lichts werden hier so eingestellt, dass es vorrangig eine bestimmte Struktur in der Haut erreicht. Umliegendes Gewebe bleibt aber weitgehend unangetastet.
Entwickelt wurde das Prinzip von R. Rox Anderson, Dermatologe und Lasermedizin-Forscher an der Harvard Medical School, und John A. Parrish, ebenfalls Hautarzt und langjähriger Leiter der Dermatologie am Massachusetts General Hospital in Boston (USA). Ihr Ansatz zur Milderung von Hautrötungen: Sie konfigurierten die Lichtenergie so, dass sie vor allem vom Blutfarbstoff der verantwortlichen Gefäße aufgenommen wurde. Daraus entwickelte sich mit dem Candela der erste breit verfügbare gepulste Farbstofflaser.4 In den 1990er Jahren kamen IPL-Systeme hinzu (Blitzlicht oder Intensiv-Pulslicht ohne feste Wellenlänge), später weitere Lasertypen mit längeren Pulsen, größeren Spots und integrierter Kühlung.
Wie Laser und Licht gezielt Rötungen reduzieren
„Farbstofflaser, die bei anhaltenden Rötungen gern verwendet werden, und hochentwickelte IPL-Systeme mit Blitzlicht sind heute im Wesentlichen als gleichwertig zu betrachten, was den Behandlungseffekt betrifft“, so Dr. Walter. Die Laser- und Lichtbehandlungen gegen Gesichtsrötungen nutzen ein einfaches Prinzip:
- Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin nimmt bestimmte Lichtwellen besonders gut auf.
- Die Energie wird in Wärme umgewandelt.
- Der Hitzeschub überträgt sich auf die Gefäßwände.
- Diese schrumpfen und verschließen sich, das Blut entweicht aus ihnen.
- Nach erfolgreicher Verödung baut der Körper die Überreste der Äderchen nach und nach ab.
Farbstofflaser arbeiten meist mit einer Wellenlänge von 585 bis 595 Nanometern. Sie haben sich besonders bei oberflächlichen Gefäßrötungen, Teleangiektasien und Rosazea-Erythemen bewährt.5 Ähnlich verhält es sich mit dem IPL-System Venus Versa, das bei S-thetic breite Anwendung findet. Es verfügt über vielseitige Applikatoren, die sich ebenfalls auf gutartige vaskuläre (gefäßbedingte) Hautveränderungen abstimmen lassen. Die gefilterten Lichtimpulse werden wie beim Laser vom Hämoglobin aufgenommen und rufen so den gewünschten Hitzeeffekt und die Gefäßverödung hervor. Vorteile sind die variable Nutzbarkeit für verschiedene Hautbilder und Befunde, die Möglichkeit, auch größere Areale zu behandeln, sowie die Alltagstauglichkeit dank integrierter Kühlung. Das Team von S-thetic nutzt Venus Versa bei Couperose mit sehr guten Erfahrungen. An manchen Standorten steht ergänzend auch ein Farbstofflaser zur Verfügung.

Vielseitiges IPL-Gerät Venus Versa
Manchmal braucht es ein bisschen Detektivarbeit
Venus Versa kann nicht nur bei eindeutig diagnostizierter Couperose, sondern auch bei unbestimmten gefäßbedingten Rötungen im Gesicht eingesetzt werden. Wichtig ist die Abgrenzung: Eine einfache Hautreizung klingt meist wieder ab, sobald der Auslöser wegfällt. Dann braucht man keine Laser- oder Lichttherapie. „Manchmal muss man zusammen mit den Patientinnen und Patienten ein bisschen Detektivarbeit leisten“, so Dr. Walter. „Welches Pflegeprodukt hat die Reizung eventuell ausgelöst? War es die Sonnenmilch einer neuen Marke, die im Urlaub täglich zum Einsatz kam, Schweiß von körperlicher Anstrengung oder irgendwelche regelmäßig verzehrten Lebensmittel?“
Man kann auch zu viel des Guten tun
Venus Versa kann zusätzlich pigmentierte Hautverdunkelungen abmildern. Hier wird der Lichtschauer von den Pigmenten aufgenommen, die entstehende Wärme löst sie auf und das Immunsystem transportiert die Pigmentreste ab.6
Je nach Befund kann auch das Radiofrequenz-Verfahren (RF) für Hautstruktur und Straffung interessant sein. Dabei handelt es sich um gezielt ausgesendete elektromagnetische Wellen, die ähnlich wie Laser oder IPL einzelne Hautschichten erwärmen. RF-Microneedling, das zusätzlich zur Radiofrequenz kleine spitze Nädelchen in die Haut einführt, sollte bei aktiver Couperose oder Rosazea jedoch nicht angewendet werden. Die dadurch verursachten Mikroverletzungen können bei gesunder Haut zwar die Regeneration anregen. Bei empfindlicher, entzündeter Haut verstärken sie oft die Beschwerden.

Bei manchen Befunden geht es nicht ohne Medikamente
Wann Licht + Laser sinnvoll sind und wann man Medikamente braucht
Bei echter Couperose oder Rosazea sollten Betroffene auf jeden Fall Reizfaktoren wie starke Sonneneinstrahlung, Saunagänge, scharfe Speisen, Alltagsstress sowie Alkohol und Nikotin vermeiden. Die weitere Behandlung richtet sich danach, was im Vordergrund steht. Beschränken sich die Beschwerden auf die Rötung, können IPL oder Laser sehr sinnvolle Maßnahmen sein. Auch die Leitlinien der dermatologischen Fachgesellschaften nennen sie als wichtige Therapieoption.7 Doch was sind die Grenzen von Laser- und Lichttherapie?
Dr. Walter von S-thetic erklärt: „Wenn es juckt, brennt oder sticht und entzündliche Papeln oder Pusteln auftreten, die eindeutig als Rosazea diagnostiziert sind, sollte man lichtbasierte Verfahren nur vorsichtig anwenden. Ansonsten könnten Entzündungen sich verstärken. In solchen Fällen kommen meist topische, auf der Haut über Cremes oder Gele angewendete Wirkstoffe zum Einsatz. Bei hartnäckigen Verläufen kann zusätzlich ein niedrig dosiertes Antibiotikum nötig sein. Damit kann man Entzündungen oft noch besser bekämpfen. Nach erfolgter Besserung können Laser und IPL helfen, verbliebene Rötungen und Äderchen zu reduzieren.“
Ihre Beratung zu Couperose, Rötungen und Teleangiektasien bei S-thetic
Licht- und Laserbehandlungen können eine gute Möglichkeit sein, störende Rötungen, sichtbare Äderchen und ein unruhiges Hautbild gezielt zu verbessern. Welche Methode geeignet ist, hängt davon ab, um welche Art Hautveränderung es sich handelt.
Wenn Sie sich eine individuell auf Sie abgestimmte Behandlung wünschen, können Sie sich in einem der Behandlungszentren von S-thetic individuell beraten lassen. Der Hautzustand wird dort sorgfältig beurteilt, gefolgt von einer Empfehlung, ob eine Laser- oder Lichtbehandlung infrage kommt. An allen unseren Standorten sind Dermatologen oder Fachärztinnen für Plastische und Ästhetische Chirurgie vor Ort, die eine hervorragende Hautexpertise besitzen und Ihnen bei der Beurteilung helfen können. Vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin in Ihrem nächstgelegenen Behandlungszentrum von S-thetic.
Quellen:
1https://www.rosacea.org/rosacea-review/2000/spring/rosacea-emerges-through-the-past-millennium
2https://academic.oup.com/bjd/article/188/Supplement_4/ljad113.290/7207268
3https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-065l_S2k_Rosazea_2022-02.pdf
4https://www.invent.org/inductees/rox-anderson
5https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12986484/
6https://www.venusconcept.com/de/venus-versa.htm
7https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-065l_S2k_Rosazea_2022-02.pdf
Bildnachweis
Foto Bader-Gerätschaften: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Anagoria, 1802 Barber Surgeons Bloodletting Set anagoria.JPG, via Wikimedia Commons, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/, zugeschnitten.